Landesanstalt für Altlastenfreistellung

ADDINOL

LageSüdliches Ufer Geiseltalsee
Größe164 ha
SchadstoffpotenzialMKW, Phenole, Säureharze
SanierungsmaßnahmenBau einer Dichtwand zum Schutz des Geiseltalsees, Grundwassersanierung, Bodensanierung (Quellensanierung)
AnsprechpartnerKlaus Heise ist Projektleiter der LAF für das Projekt.

Ausgangssituation

Im Geiseltal ist durch den fast 300-jährigen Braunkohlenbergbau das ausgekohlte Tagebaurestloch (TRL) Mücheln entstanden, an dessen Südrand das Gelände des ehemaligen Mineralölwerkes Lützkendorf "ADDINOL" liegt. Zur Wiedernutzbarmachung der vom Bergbau in Anspruch genommenen Flächen und zur Wiederherstellung eines ausgeglichenen Wasserhaushaltes wurde das TRL von 2003 bis 2011 geflutet. Der entstandene Geiseltalsee ist der größte See Sachsen-Anhalts und wird sich als Landschafts- und Badesee zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor der Region entwickeln.

Auf dem Raffineriestandort Lützkendorf "ADDINOL" wurden seit 1936 im sogenannten Altwerk Mineralölprodukte produziert. In den 1960er-Jahren wurde die Produktion durch die Errichtung des Neuwerkes weiter ausgebaut. Durch die langjährige industrielle Nutzung des Standortes und vor allem die Zerstörungen und Produktionsverluste im 2. Weltkrieg ist es zu erheblichen Kontaminationen des Bodens und des Grundwassers gekommen. Die Einstellung der Erdöl verarbeitenden Produktionsprozesse erfolgte in den 1990er-Jahren. Seitdem ist der Standort durch den Rückbau der Altanlagen und die Erneuerung der Infrastruktur zum Industrie- und Landschaftspark Geiseltalsee entwickelt worden.

Projektansatz

Das Gelände des ehemaligen ADDINOL-Werkes grenzt im Norden direkt an das südliche Ufer des Geiseltalsees. Der Schutz des Geiseltalsees vor Schadstoffen aus dem ADDINOL-Geländes ist ein prioritäres Ziel der Sanierungsmaßnahmen. Daneben soll potentiellen Investoren größtmögliche Planungs- und Investitionssicherheit geboten werden. Dadurch leistet die Altlastensanierung einen aktiven Beitrag zur Reaktivierung des Standortes und zur Entwicklung der Geiseltalregion.

Meilensteine

2004 Errichtung Dichtwand zum Geiseltalsee

  • Am Nordrand des ADDINOL-Geländes wurde 2004 eine Dichtwand (Einphasen-Schlitzwand) errichtet, um den Abstrom kontaminierten Grundwassers in Richtung Geiseltalsee zu unterbinden. Das vor der Dichtwand angestaute kontaminierte Grundwasser wird gehoben, gereinigt und in den Leiha-Stummel eingeleitet. Im Jahr 2011 wurde der 1 millionste Kubikmeter Grundwasser in der Reinigungsanlage behandelt.

2005 Bergung von Säureharzen von der Innenkippe Leonhardt

  • Zum Schutz des Geiseltalsees wurden von der im Tagebaurestloch gelegenen Innenkippe Leonhardt (IKL) bis Mitte 2005 insgesamt 120.000 t Säureharze geborgen und entsorgt.

2006 Beginn Sanierungsmaßnahmen Neuwerk

  • Im Bereich des Neuwerks erfolgte 2006 der Beginn der Sanierungsmaßnahmen. Der Schwerpunkt der Sanierung lag zunächst im Bereich von Verlade- und Pumpstationen, in deren Umfeld Boden und Grundwasser hochgradig mit Öl kontaminiert waren. Während der Sanierungsmaßnahme "Gleiswaage" im Südteil des Neuwerks wurde parallel zur on-site Bodensanierung mit einer  Ölphasenabschöpfung begonnen,  bei der zutretendes Öl aus angrenzenden Bodenbereichen gefasst und entsorgt wurde. Die Ölphasenabschöpfung ist auch aktuell noch erforderlich.

2007 Sicherung Betriebsdeponie Altwerk

  • Im Bereich des Altwerks wurden zwei mit Bitumen, Säureharzen und anderen Abfallstoffen verfüllte Becken beräumt und gesichert. Dabei wurden bis zur Fertigstellung 2007 allein aus den Becken rd. 20.000 t kontaminiertes Material entsorgt.

2011 Bodensanierung südwestlicher Teil Altwerk

  • Im südwestlichen Teil des Altwerkes wurde die Sanierung von drei ausgewiesenen kontaminierten Bereichen durch Bodenaustausch vollendet.

2012

  • Beginn der Planung für die Sanierung des massiv kontaminierten Anlagenbereichs im Anstrom zur Dichtwand. Aktuell finden Detailuntersuchungen statt, um eine Vorzugsvariante herauszuarbeiten. Die Umsetzung der Baumaßnahme wird voraussichtlich im Zeitraum 2019 bis 2022 realisiert.

2014 Bodensanierung ehem. Rohöldestillation

  • Im Jahr 2014 wurde die Bodensanierung im Bereich der ehem. Rohöldestillation abgeschlossen, wobei ca. 15.000 m³ Bodenaushub einer on-site-Behandlung unterzogen wurden und ca. 24.000 t kontaminiertes Material entsorgt wurden.

Projektumfang und Kosten

Bisher wurden im Projekt Maßnahmen mit einem Kostenaufwand von ca. 65 Mio. EUR durchgeführt.