Landesanstalt für Altlastenfreistellung

Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG (GTS)

LageDie übertägigen Liegenschaften und Anlagen sowie das Grubengebäude der GTS befinden sich im Saalekreis westlich der Stadt Halle/Saale im Gebiet der Gemeinden Angersdorf, Bennstedt, Teutschenthal, Wansleben am See und Zappendorf.
GrößeRund 3,5 Mio. m³ ursprünglich bergmännisch hergestellter Hohlraum in den Grubenfeldern Angersdorf und Salzmünde.
GefährdungspotenzialIn der Vergangenheit (1916, 1940 und 1996) kam es mehrfach zu massiven Gebirgsschlägen, bei denen stets ganze Grubenfelder zerstört wurden. Ohne Vorsorgemaßnahmen sind in der Zukunft weitere Gebirgsschläge in den noch offen stehenden Grubenhohlräumen nicht auszuschließen.
Sanierungsmaßnahmen allgemeinDurch die GTS wird die endgültige Stilllegung der Grube Teutschenthal mit ihren Grubenfeldern Teutschenthal, Angersdorf und Salzmünde betrieben. Insbesondere durch die Einbringung von Versatz wird die noch vorhandene Gebirgsschlaggefahr kontinuierlich verringert.
Sanierungsmaßnahmen unter Beteiligung der LAFIm Rahmen einer Härtefallregelung begleitet die LAF die erforderlichen Maßnahmen zur bergbaulichen Sicherung und Verwahrung in den Feldesteilen Angersdorf und Salzmünde der Grube Teutschenthal.
AnsprechpartnerDr. Birgit Harpke ist Projektleiterin der LAF für das Projekt.

 

 

Ausgangssituation

Von 1905 bis 1982 wurden bei Teutschenthal Kali- und Steinsalze bergmännisch abgebaut und untertägige Solkavernen betrieben. Dabei entstanden sehr große unterirdische Hohlräume, die zum Teil nur eingeschränkt standsicher sind. Drei Gebirgsschläge, der letzte davon im Jahr 1996 war besonders am Rand von Halle deutlich spürbar, führten zu teilweisen Zusammenbrüchen dieser Hohlräume und zu Schäden an der Erdoberfläche.

Zur Vermeidung von weiteren Gebirgsschlägen müssen daher die unterirdischen Hohlräume entsprechend gesichert und verwahrt werden. Hierzu sollen die Hohlräume mit Versatzstoffen verfüllt und Grubenteile durch Dammbauwerke verschlossen werden. Weiterhin sind die Zugangsschächte zu sichern.

Projektansatz

Aufgrund der besonderen geologischen und bergbaulichen Randbedingungen müssen neue Techniken zum Versatz bzw. langzeitsicheren Abschluss der Hohlräume entwickelt werden. Bis 2010 war daher ein Schwerpunkt im Projekt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsvorhaben „Entwicklung eines Grundkonzeptes für langzeitstabile Streckendämme im leichtlöslichen Salzgestein (Carnallitit), Entwicklung und Erprobung von Funktionselementen in situ“ (CARLA). Im Ergebnis des Vorhabens CARLA wurde bis 2010 ein Grundkonzept für langzeitstabile Streckenverschlussbauwerke erarbeitet, welche in die bestehenden Verbindungen zum Grubenfeld Salzmünde eingebaut und diese somit dauerhaft hydraulisch abdichten werden.

2006 wurde die Weiterentwicklung des Verwahrkonzeptes für das Grubenfeld Angersdorf mit dem Ziel der Optimierung von Qualität und Kosten erarbeitet und vertraglich umgesetzt. Das Konzept basiert auf dem Prinzip des Dickstoffversatzes mit Abfallstoffen zur langzeitsicheren Verwahrung des Grubenfeldes Angersdorf. In 2009 begannen die Arbeiten zur Planung und Errichtung der Dickstoffversatzanlage in Angersdorf. Mit der im Juni 2010 durch das LAGB veranlassten Unterbrechung des Verfahrens zur Anlagengenehmigung nach BImSchG wurde die Errichtung der Dickstoffversatzanlage Angersdorf zunächst gestoppt. Im Mai 2012 zog die GTS ihren BImSchG-Antrag zurück.

Seit 2010 werden die erforderlichen Untersuchungen zur Vorbereitung der langzeitsicheren Verwahrung des Schachtes Saale vorangetrieben. Auf der Grundlage der in 2015 vorzulegenden Ergebnisse sollen die erforderlichen Planungs- und Genehmigungsgrundlagen geschaffen werden.

Meilensteine

2002Abschluss der Projektvereinbarung
2005Errichtung der Wetterstrecke
2006Genehmigung des fortgeschriebenen Sicherungskonzeptes und Fortschreibung des Langzeitsicherheitsnachweises aus dem Jahr 2000
2002 bis 2010Durchführung und Abschluss des Forschungsvorhabens „CARLA“
seit 2009Vorbereitung der Verwahrungsarbeiten im Grubenfeld Angersdorf und Entwicklung eines freitragenden langzeitsicheren Konzeptes für den Verschluss des Schachtes Saale
2014Vereinbarung zur Neuregelung der Altlastenfreistellung
laufendgeomechanisches und seismisches Monitoring

Projektumfang und Kosten

Für die Maßnahmen zur Sicherung und Verwahrung der Grubenfelder Angersdorf und Salzmünde wurden seit Übernahme durch das Land im Jahre 2002 ca. 20,1 Mio. EUR aufgewendet.