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Projekt Stadtsicherung Bitterfeld

Rahmendaten

Lage:Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Stadt Bitterfeld
Größe:ca. 2 km²
Sicherungsmaßnahmen: Betrieb von bis zu 30 Brunnen, Gebäudesicherung

Gefährdung durch Grundwasser-Wiederanstieg

Bei dem Projekt „Stadtsicherung Bitterfeld“ geht es darum, den mit der Flutung ehemaliger Tagebaurestlöcher verbundenen Wiederanstieg des Grundwassers zu begrenzen. Während der Braunkohleförderung wurde der Wasserstand in den Tagebauen durch kontinuierliches Abpumpen künstlich niedrig gehalten. Nach dem Ende des Kohleabbaus, der damit einhergehenden Außerbetriebnahme der bergbaulichen Entwässerung und der Flutung des Tagebaurestlochs Goitzsche war das Grundwasser in Bitterfeld wieder deutlich angestiegen.  

Ein Dutzend kritische Bereiche im Stadtgebiet

Das Stadtsicherungskonzept umfasst zwölf sogenannte Sicherungsbereiche. Sie befinden sich am heutigen Großen Goitzschesee sowie um den durch die Stadt fließenden Strengbach, den Lober und die Leine. Zu den Maßnahmen der Stadtsicherung gehören 

  •  der Ausbau der Fließgewässer,
  • das Absenken des Grundwassers in den betroffenen festgelegten Sicherungsbereichen (z. B. Annahof/ Bergmannshof) mittels Drainagen sowie 

  • die bauliche Sicherung betroffener Gebäude (z. B. Wohngebäude und Europagymnasium).

Rund 100 Objekte unter ständiger Beobachtung

Ziel der Maßnahmen ist es, den Abstand zwischen Grundwasser und Gebäudekellern bei mindestens 50 Zentimetern zu gewährleisten. Derzeit sind dazu in Bitterfeld zwischen 15 und 20 Brunnen und zwei Drainagen in Betrieb (in Abhängigkeit des Grundwasserflurabstands). Seit Beginn 2013 bis Ende 2019  sind mehr als 18,5 Mio. Kubikmeter Grundwasser gehoben, bei Bedarf gereinigt und in innerstädtische Fließgewässer abgeleitet worden. In Bitterfeld werden aktuell rund 100 Objekte kontinuierlich überwacht.

Land hat Projekt in eigene Regie übernommen

Nach dem Abschluss der umfangreichen Braunkohlesanierungsmaßnahmen in der Bitterfelder Region durch die bundeseigene Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) hat das Land Sachsen-Anhalt die damit in Verbindung stehenden Aufgaben des Projekts „Stadtsicherung Bitterfeld“ im Jahr 2018 in eigene Regie übernommen. Zur Übertragung des Projekts unterzeichneten der Bund, das Land und die Stadt Bitterfeld-Wolfen im November 2018 eine entsprechende Vereinbarung, die rückwirkend zum Jahresbeginn in Kraft getreten ist. 

 Danach stellt der Bund einmalig 14,47 Mio. Euro zur Verfügung. Die Mittel fließen in einen speziellen Fonds des Landes (sog. Sondervermögen), aus dem die Maßnahmen finanziert werden.

Ansprechpartner

Evelyn Schaffranka

Telefon: (0391) 7 44 40-50

E-Mail: schaffranka(at)laf-lsa.de