Landesanstalt für Altlastenfreistellung

ÖGP Mansfelder Land

Mansfelder Land Abdeckung Teich 10
Mansfelder Land Bleihütte
Mansfelder Land Gaswäsche
LageMansfelder Land um Lutherstadt Eisleben, Helbra, Hettstedt
Größeca. 400 ha
SchadstoffpotenzialSchwermetalle (Zn, Pb, Cd, Cu, As)
SanierungsmaßnahmenSofortmaßnahmen gegen Staubverfrachtung, Sanierung / Sicherung / Rekultivierung von Belastungsschwerpunkten
AnsprechpartnerDr. Birgit Harpke ist Projektleiterin der LAF für das Projekt.

Ausgangssituation

Das ÖGP Mansfelder Land (ÖGP-M) umfasst eine Fläche von 400 ha mit den Ortslagen Lutherstadt Eisleben, Helbra und Hettstedt. Die Gegend war Jahrhunderte ein Zentrum des Kupfererzbergbaus und des Hüttenwesens. Daraus resultiert eine diffuse Schwermetallbelastung von Luft, Boden und Gewässern in der gesamten Region.

Projektansatz

Nach der politischen Wende in Deutschland 1989/1990 war frühzeitig abzusehen, dass ein Weiterbetrieb der noch aktiven Hüttenbetriebe auch in Anbetracht der erheblichen Staub- und Schwermetallemissionen nicht möglich war. Insoweit besteht die Aufgabe im ÖGP Mansfelder Land darin, Mensch und Umwelt vor den von den aus Altanlagen verbliebenen Produktionsrückständen ausgehenden Gefahren zu schützen und verhältnismäßige Sanierungen durchzuführen. Die Sanierungsmaßnahmen unterbinden in erster Linie die Luftverfrachtung von schwermetallhaltigen Stäuben durch qualifizierte Abdeckungen und vermindern gleichzeitig einen Austrag von Schwermetallen in die Vorfluter und in das Grundwasser.

Umfangreiche Bestandsaufnahmen bis 1996/97 führten zu einer zusammenhängenden Gefährdungsabschätzung (GA) für das Ökologische Großprojekt Mansfelder Land. 1998 wurde die GA zum Sanierungskonzept qualifiziert und kostenseitig bewertet. Anschließend wurde die Umsetzung des Konzeptes in geeignete und verhältnismäßige Maßnahmen an den ÖGP-Standorten in Angriff genommen:

  • Teilprojekt 1: Sicherung Rohhütte Helbra
  • Teilprojekt 2: Sicherung Rohhütte Eisleben
  • Teilprojekt 3: Sicherung Bleihütte Hettstedt

Meilensteine

2003 Konzentrierung Theisenschlämme im Teich 10 (Rohhütte Helbra)

  • Im Rahmen des Teilprojektes 1 wurde die Konzentrierung der an verschiedenen Standorten vorhandenen Theisenschlammablagerungen (insgesamt ca. 450.000 t) in der „Monodeponie Teich 10" auf dem Areal der Rohhütte Helbra zum Abschluss gebracht. Die Profilierungsleistungen für die abschließende Abdeckung der Deponie wurden 2003 beendet.

2006 Abdichtung und behördliche Abnahme der Deponie Teich 10

  • Nach Abklingen der Setzungsprozesse erfolgte 2005/06 die abfallgerechte Abdichtung der Deponie Teich 10 auf dem Gelände der ehem. Rohhütte Helbra mit behördlicher Abnahme. Seit 2007 sind Begrünung und ein Grundwassermonitoring im Rahmen der Nachsorge planmäßige Folgeaufgaben am Teich 10.

2008 Abschluss Sicherung und Rekultivierung Gesamtareal Bleihütte Hettstett

  • Von 2003 bis 2008 erfolgte die stufenweise Sanierung des Standortes Bleihütte Hettstett. 2003 wurde die ehemalige Zinkvitriolanlage rückgebaut, die einen Schwerpunkt der  Umweltbelastungen darstellte. Die Sicherung und Rekultivierung des Gesamtareals der Bleihütte wurde 2006 begonnen und planmäßig Mitte 2008 abgeschlossen.

2009 Ehemalige Rohhütte Eisleben - Abdeckung Gaswäscheareal

  • Im Zeitraum 2008/2009 wurde die Sanierung des ehemaligen Gaswäscheareals geplant und durchgeführt. Die Abdeckung und Begrünung des Geländes steht im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Entwässerungssystems zur Vermeidung von Schwermetalleinträgen vom Standort in die Böse Sieben.

2011 Abdeckung Mischmaterialhalde (MMH) in Helbra

  • Die Mischmaterialhalde in Helbra enthielt durch Primärstaub und Schwelgut sogenannte quellaktive Bereiche, die eine Sanierung der Halde notwendig machten. Ab 2009 wurde die Halde profiliert, ehe im Zeitraum 2010/2011 die Abdeckung mit einer qualifizierten Wasserhaushaltssschicht erfolgte. Die Nachsorgephase endete im Jahr 2015.

2012 Errichtung Fotovoltaik-Anlage auf dem Gelände der ehem. Rohhütte Eisleben

  • Das Konzept zur Sanierung und Nutzung des Areals der ehemaligen Rohhütte in Eisleben sieht die Abdeckung der Halden Kraftwerkshalde, Aschehalde und Weihnachtshalde sowie ein Entwässerungssystem für den Standort vor. Schon während der Planung der Sanierungsmaßnahmen wird das Gelände zur Erzeugung von Solarstrom genutzt. Seit 2014 laufen die Planungen für die Abdeckung der Halden und die Errichtung des Entwässerungssystems. Die Umsetzung der Baumaßnahme ist schrittweise ab 2016 geplant und wird voraussichtlich 2019 fertig gestellt sein.

2014 Erarbeitung von Grundlagen zur Erneuerung des Gewässerschutzsystems

  • Seit 2000 wird am Standort Helbra anfallendes schwermetallhaltiges Sickerwasser über das Gewässerschutzsystem gefasst und gereinigt. Um die Sickerwasserbehandlung auch zukünftig zu gewährleisten, soll die bestehende Anlage durch einen modernen Neubau ersetzt  werden. Die Errichtung der neuen Anlage ist ab Ende 2016 vorgesehen.

Projektumfang und Kosten

Die Kosten für fertiggestellte Maßnahmen und den kontinuierlich betriebenen Gewässerschutz belaufen sich bisher auf ca. 38,5 Mio. EUR.

Wirtschaftliche Erholung / Ansiedlung

Seit 1989/90 erfolgten durch Treuhandanstalt, Treuhandliegenschaftsgesellschaft und MDSE, Mitteldeutsche Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft mbH, Einzelprivatisierungen und Grundstücksverkäufe. Gegenwärtig sind etwa 15 Firmen und Vereine mit ca. 1.500 Beschäftigten auf den Arealen des ÖGP tätig.