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ÖGP-Projekt Hydrierwerk Zeitz

Rahmendaten

LageBurgenlandkreis, ca. 5 km nordöstlich der Stadt Zeitz
Größeca. 230 ha (ehemaliges Hydrierwerk) sowie weitere Außenflächen
SchadstoffpotenzialBTEX mit dem Schwerpunkt Benzol; Alkylphenole, PAK u. a.
SanierungsmaßnahmenPhasenrückgewinnung; Bodenaustausch und bautechnische Sicherungsmaßnahmen im Rahmen der Errichtung einer Stärkefabrik; Quellensanierung im Bereich der ehemaligen Benzolfabrik mittels Großlochbohrungen

Tonnenweise Treib- und Schmierstoffe im Untergrund

Das Ökologische Großprojekt (ÖGP) Hydrierwerk Zeitz umfasst das frühere Werksgelände mit seinem Alt- und Neuwerk sowie weiteren Außenflächen. Zwischen 1938 und 1990 wurden hier Treib- und Schmierstoffe aus Braunkohle hergestellt. Von 1974-1996 wurde zudem im Neuwerk Erdöl verarbeitet.

Insbesondere durch Kriegseinwirkungen wurden massive Einträge von Kraft- und Schmierstoffen in den Untergrund im Umfang von mehreren Tausend Tonnen verursacht. Die Schadensschwerpunkte befinden sich im zentralen, im südlichen und im östlichen Altwerk. 

Aktive und passive Maßnahmen zur Sanierung

Der grundlegende Sanierungsansatz für das ÖGP Hydrierwerk Zeitz sieht vor, die maßgeblichen Quellen (sogenannte Hotspots) soweit zu sanieren, dass  

  • die Schadstoffausträge aus den Quellen maßgeblich verringert und 
  • die Restbelastungen auf natürlichem Weg ohne weitere aktive Maßnahmen abgebaut werden können (sogenannter „monitored natural attenuation“ (MNA)-Ansatz).

Insofern ist keine hydraulische Sicherung des Standortes erforderlich. Gegebenenfalls sind in einzelnen Teilbereichen im Grundwasser Maßnahmen zur Unterstützung des natürlichen Schadstoffabbaus (sogenannte „enhanced natural attenuation“ (ENA) -Maßnahmen) vorzunehmen. Bei der Umsetzung dieser innovativen Sanierungsmethode arbeitet die Landesanstalt für Altlastenfreistellung  seit vielen Jahren eng mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH Leipzig (UFZ) zusammen.

Darüber hinaus werden im Zusammenhang mit der Neuerrichtung und Erweiterung von Industrieanlagen operative Maßnahmen zur investitionsbezogenen Gefahrenabwehr umgesetzt. Das heißt: Entsprechend der vorgesehenen Nutzung werden individuelle Sicherungsmaßnahmen vorgenommen. Neben der Beseitigung von Bodenverunreinigungen wurden hierbei in den zurückliegenden Jahren auch bautechnische Sicherungsmaßnahmen (z. B. Einbau von Gassperren) durchgeführt.

Die Gesamtausgaben für das ÖGP Hydrierwerk Zeitz betrugen bis einschließlich 2018 ca. 32 Mio. Euro.

Gesamtes Gelände inzwischen für Neuansiedlungen erschlossen

Das gesamte Gelände ist heute als Industrie- und Gewerbegebiet mit industrieller Nutzung in den Kernbereichen und gewerblicher Nutzung an den Rändern ausgewiesen. Hier befindet sich heute ein moderner Industriepark. Verwalterin und Vermarkterin ist die Infra-Zeitz Servicegesellschaft mbH. In den vergangenen Jahren haben sich viele Unternehmen, hauptsächlich klein- und mittelständische Betriebe, auf dem Areal angesiedelt. Das Gelände ist vollständig erschlossen und bietet die für Gewerbe und Industrie erforderliche moderne Infrastruktur. 

Wichtige Meilensteine im Überblick

1998-2003
  • Erarbeitung Sanierungsrahmenkonzept 
2003
  • Beginn der Kooperation mit dem UFZ (heute Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung) zur Sanierungsforschung  

2006
  • Abschluss der Erarbeitung der teilflächenbezogenen Gefahrenbewertungen 
2007
  • Beginn der teilflächenbezogenen Sanierungsuntersuchungen 
2008-2010
  • Bodensanierung in bauchtechnische Sicherungsmaßnahmen im Rahmen der Errichtung einer Stärkefabrik (heute Interstarch GmbH)

2010/11
  • Phase 1 der Quellensanierung im Bereich der ehemaligen Benzolfabrik mittels Großlochbohrungen im Kostenumfang von ca. 10 Mio. EUR 
2015-2018
  • Phase 2 der Quellensanierung im Bereich der ehemaligen Benzolfabrik durch Bodenluftsanierung mit Kosten von ca. 1,9 Mio. EUR

2018-2019
  • Sanierungstests mit Tensiden im Bereich der ehemaligen Teerverarbeitung in Kombination mit anschließender Reinigung des Grundwassers mittels biologischem Vertikalfilterverfahren 

Ansprechpartner

Dr. Birgit Harpke

Telefon: (0391) 7 44 40-22

E-Mail: harpke(at)laf-lsa.de