Landesanstalt für Altlastenfreistellung

Tagebaurestloch Großkayna / Runstedter See

Lage

südwestlich von Merseburg und nördlich von Großkayna

Größe230 ha
KontaminationAmmonium
SanierungsmaßnahmenStabilisierung der Böschungen, Flutung des Tagebaurestloches, begleitendes Monitoring sowie Tiefenwasserbelüftung/ mikrobiologischer Schadstoffabbau und Begrünung des Uferstreifens

Projekt im Überblick

Das Tagebaurestloch (TRL) Großkayna gehört zu den nach Auskohlung bzw. Aufgabe der Braunkohlenförderung nach 1989 verbliebenen "bergmännischen Hohlformen des Braunkohlenreviers" des Geiseltales südwestlich von Merseburg. Nach Auskohlung des TRL wurden von ca. 1970 bis 1995 Reststoffe vor allem aus der Düngemittelindustrie der LEUNA-Werke eingespült. Hauptschadstoff ist daher das Ammonium.

Die Entwicklung von Lösungsansätzen zum Umgang mit der eingelagerten Spüldeponie war eine wichtige Voraussetzung für die Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft im Geiseltal. Parallel zu umfangreichen Arbeiten der Bergbausanierung einschließlich der Stabilisierung der Böschungen wurden mit einem Forschungs-Vorhaben des Bundes (BMFT) zur modellhaften Sanierung des TRL Großkayna Grundlagen für das Sanierungsrahmenkonzept gelegt.

In den Jahren 2001/2002 wurde das TRL Großkayna geflutet; es entstand der Runstedter See. Durch Überstauung der Spüldeponie und anschließende Sauerstoffanreicherung des Tiefenwassers des Sees mittels Belüftung wurden die Voraussetzungen für einen mikrobiologischen Schadstoffabbau geschaffen. Weiterhin zählten die Erstbegrünung des Uferstreifens ("Initialbegrünung") und die Durchführung eines begleitenden Monitorings als Seewasser-, Grundwasser- und Biomonitoring als wesentliche Bestandteile zum Sanierungsrahmenkonzept. Aufgrund des zu erwartenden stetigen und langanhaltenden Schadstoffaustritts an Ammonium aus der Spüldeponie wird derzeit eine Sanierungsdauer von ca. 300 Jahren prognostiziert. Die bisherigen Aussagen zum Sanierungsverlauf werden jedoch langfristig durch die weitere Stabilisierung des Landschaftssees und die Klimaentwicklung beeinflusst.

Trägerin des Projektes ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV).

Mit einer Schlusszahlung an die LMBV wurde dieses Projekt im Jahr 2012 finanztechnisch für das Land Sachsen-Anhalt abgeschlossen. Die Realisierung und Finanzierung der weiteren Sanierungsmaßnahmen erfolgt nun eigenverantwortlich durch die LMBV. Der Landesanstalt für Altlastenfreistellung obliegt jedoch weiterhin die Kontrolle der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen.

Kosten

Für die Erkundung und Sanierung wurden insgesamt rund 17,6 Mio. EUR aufgewendet.