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Erdgasfelder Altmark - Informationsgruppe Bohrschlammgruben

Die Arbeit der Informationsgruppe Bohrschlammgruben

Von Ende der 1960er Jahre bis 1990 sind im Zuge der Erdgasexploration und -förderung in der Altmark eine Vielzahl von Bohrschlammgruben angelegt worden, die nach Beendigung der Bohrarbeiten mit Bodenmaterial vom Aushub der Gruben überschoben wurden. Die Informationsgruppe begleitet die Erarbeitung eines von der Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) beauftragten Handlungskonzeptes anhand dessen, Bohrschlammgruben, deren Flächen meist bereits seit Jahrzehnten landwirtschaftlich genutzt werden, nach ihrem Gefahrenpotenzial für Mensch und Umwelt abschließend bewertet werden können. Im Ergebnis der Bewertung wird dann über die notwendigen Maßnahmen entschieden.

21.07.2020 - Informationsgruppe diskutiert Zwischenergebnisse

Am 21.07.2020 fand im Umweltamt des Altmarkkreises Salzwedel die 4. Sitzung der „Informationsgruppe Bohrschlammgruben“ statt. Die Informationsgruppe begleitet die Erarbeitung eines Handlungskonzeptes anhand dessen Bohrschlammgruben, deren Flächen meist bereits seit Jahrzehnten landwirtschaftlich genutzt werden, nach ihrem Gefahrenpotenzial für Mensch und Umwelt abschließend bewertet werden können.

Der Informationsgruppe gehören Vertreter der Landwirtschaft, der Bürgerinitiative „Saubere Umwelt und Energie Altmark“, des Altmarkkreises Salzwedel, des Ordnungs- und Umweltausschusses des Kreistages sowie der Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) an.

Mit der Erarbeitung des Handlungskonzeptes hat die LAF ein fachkundiges Ingenieurbüro beauftragt. Die Sitzungen der Informationsgruppe dienen dazu, die Beteiligten regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten zu informieren, die geplante Vorgehensweise zu erörtern und Entscheidungsprozesse dadurch mitzugestalten.

Während in der ersten Beratung am 26.03.2019 allgemeine Themen , wie die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Zielstellung und die geplante Vorgehensweise zur Untersuchung und Bewertung der Gruben vorgestellt wurden, dienten die 2. und 3. Sitzung der Erläuterung des Untersuchungsumfangs sowie der Kategorisierung und Auswahl von 15 beispielhaft umfassend zu untersuchenden Bohrschlammgrubensystemen. Über die praktische Umsetzung und den Stand der Arbeiten konnten sich Interessierte am 28.11.2019 in Tylsen und bei einem anschließenden Informationstermin in Wallstawe informieren.

Bei der Auswahl der zu untersuchenden Bohrschlammgruben waren neben bodenschutzrechtlichen Vorgaben bezüglich der Nutzung (Ackerbau, Grünland, Wald) auch die Geschütztheit des Grundwassers durch den überlagernden Boden (z.B. Ton, Lehm, Sand) sowie der Abstand zum Grund- und Oberflächengewässer zu berücksichtigen. Auf Basis der Standortuntersuchungen, in die neben Boden und Grundwasser auch Nutzpflanzen einbezogen wurden, werden die zu erwartenden Auswirkungen der Bohrschlammgruben auf die Umwelt erfasst und bewertet.

Mit den auf den Verdachtsflächen durchgeführten Pflanzenuntersuchungen konnte gezeigt werden, dass keine gesundheitlichen Bedenken für den Verzehr von Lebensmitteln bestehen. Demgegenüber sind im Grundwasser die Folgen der unkontrollierten Ablagerung des Bohrschlamms nachweisbar: Neben Chlorid sind auch Barium und Schwermetalle im Grundwasser nachgewiesen worden, die der Bohrflüssigkeit zugesetzt und über die ungesicherten Bohrschlammgruben ins Grundwasser gelangt sind. Zur abschließenden Erfassung und Beurteilung der betroffenen Grundwasserareale werden derzeit Grundwassermessstellen errichtet und anschließend beprobt. Die Ergebnisse fließen in das Handlungskonzept Bohrschlammgruben ein, das Anfang Oktober im Entwurf vorliegen soll.

Auf Basis des Handlungskonzeptes entscheidet die LAF als zuständige Bodenschutzbehörde, ob weitergehende Maßnahmen zu veranlassen sind. Die Finanzierung würde, wie auch die bisherigen Untersuchungen, aus dem Sondervermögen Altlasten des Landes erfolgen.

Einzelheiten zu den Untersuchungen sind den Präsentationen auf den Internetseiten der LAF und des Altmarkkreises Salzwedel zu entnehmen.

(Pressemitteilung vom 31.07.2020, Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt)

Dokumente

Weitere Informationen zum Thema Bohrschlammgruben

13.11.2018 Wallstawe – Präsentation der Landesanstalt für Altlastenfreistellung zum Stand der Arbeiten und des weiteren Vorgehens zum Thema Bohrschlammgruben in der Altmark.

31.01.2018 Salzwedel – Präsentation der Landesanstalt für Altlastenfreistellung zum Thema Bohrschlammgruben in der Altmark zur Sitzung des Ordnungs- und Umweltausschusses des Altmarkkreises Salzwedel.