Landesanstalt für Altlastenfreistellung

Altdeponien

Ansprechpartner         

Evelyn Schaffranka ist Projektleiterin der LAF für das Projekt.                                               

Ausgangssituation

An den Chemiestandorten Bitterfeld-Wolfen, Schkopau (ehemalige Buna-Werke), Leuna und Wittenberg-Piesteritz entstanden im Zuge der Industrialisierung große Deponien zur Ablagerung diverser Produktionsabfälle. Zu den größten Altdeponien an diesen Standorten zählen die Anlagen

Deponie Freiheit III (Bitterfeld-Wolfen)
Hochhalde Schkopau (ehemalige Buna-Werke)
Hochhalde Leuna
Deponie Griebo (Wittenberg-Piesteritz).

Den damaligen Erfordernissen der Industrie entsprechend wurde mit den Ablagerungen nahe der Produktionsstandorte begonnen.

Projektansatz

Nach 1990 wurden die vier Deponien auf der Grundlage des § 9a des damaligen Abfallgesetzes (AbfG) zunächst weiterbetrieben. Zwischen Land und Bund wurde der befristete Weiterbetrieb sowie die geordnete Stilllegung und Sanierung dieser Deponien nach bundesdeutschem Recht (sogenannter „Deponieabschluss“) vereinbart. Dabei wurde festgelegt, dass die anfallenden Abfälle aus der Altlastensanierung und Investitionstätigkeit auf den jeweiligen Chemiestandorten (ÖGP Bitterfeld-Wolfen, ÖGP Buna, ÖGP Leuna) soweit wie möglich zum Abschluss der Deponien zu nutzen sind. Die Nutzung dieser Deponiekapazitäten trug somit zur Sanierung bzw. Revitalisierung der Industriestandorte bei.

Die MDSE Mitteldeutsche Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft mbH ist Betreiberin und damit Projektträgerin für die Stilllegung der Altdeponien.

Zum Abschluss der Deponien wurden jeweils Abschlusskonzepte erarbeitet, die die noch erforderlichen Erkundungen, Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen ausweisen. Etwa seit den letzten zehn Jahren werden im Projekt Altdeponien die in den Konzepten vorgesehenen Maßnahmen zur sicheren Fassung und Ableitung der Oberflächen- und Sickerwässer sowie zur ordnungsgemäßen Abdichtung/ bzw. Abdeckung und Rekultivierung Schritt für Schritt umgesetzt. Seit 2005, bzw. für einen letzten Deponieabschnitt der Hochhalde Schkopau endgültig seit Ende 2012, ist die Ablagerungsphase auf den genannten Deponien beendet. Die erforderlichen behördlichen Entscheidungen zur Stilllegung und Rekultivierung der Deponien liegen vor.

Eine erforderliche Maßnahme zur Stilllegung der Hochhalde Schkopau ist die geplante Umverlegung eines Lauchaabschnittes aus dem Gelände der Deponie.

Deponien im Überblick

Deponie Freiheit III (Bitterfeld-Wolfen)

Lage

Landkreis Anhalt-Bitterfeld; Stadt Bitterfeld-Wolfen, ca. 5 km südwestlich der Ortslage Bitterfeld

Größe

ca. 20 ha

Stilllegungsmaßnahmen     

  • Oberflächenabdeckung in baulicher Umsetzung
  • hydraulische Sicherung

Hochhalde Schkopau (ehemalige Buna-Werke)

Lage

Landkreis Saalekreis, Gemeinde Schkopau, unmittelbar nördlich der Ortslagen Bündorf, Knapendorf und Annemariental

Größe

ca. 300 ha

Stilllegungsmaßnahmen     

  • laufende Profilierungsmaßnahmen
  • Oberflächenabdichtung in Planung
  • Sickerwasserfassung und -ableitung Überplanung
  • Umverlegung der Laucha aus dem Deponiegelände in Planung

Hochhalde Leuna (Leuna)

Lage

Landkreis Saalekreis, Stadt Leuna, ca. 3 km südlich von Merseburg

Größe

ca. 250 ha

Stilllegungsmaßnahmen     

  • Stilllegung und Rekultivierung der Deponieabschnitte "Zwischendamm Nord" und "Südliche Erweiterung"
  • Sickerwasserableitung/ -reinigung
  • Verfüllung der Haldenrandgräben in der segmentweisen Planung und baulichen Umsetzung

Deponie Griebo (Wittenberg-Piesteritz)

Lage

Landkreis Wittenberg, Lutherstadt Wittenberg, Ortsteil Griebo

Größe

ca. 45 ha

Stilllegungsmaßnahmen     

  • Oberflächenabdichtung im Bau

Projektkosten

Bisher wurden für die Sicherung der Altablagerungen und für Sanierungsmaßnahmen im Projekt Altdeponien ca. 74 Mio. EUR aufgewendet.