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ÖGP-Projekt Erdgasfelder Altmark

Rahmendaten

Lage:Westliche Altmark
Größe:ca. 2.000 km²
Schadstoffpotenzial:MKW, Schwermetalle, Quecksilber, Chlorid
Sanierungsmaßnahmen: Rückbau von bergbaulichen Anlagen

Kontamination durch industrielle Nutzung

Die westliche Altmark gehört zu den größten Onshore-Erdgaslagerstätten in Europa. Auf einer Gesamtfläche von rund 2.000 Quadratkilometer sind dort von 1968-1990 rund 650 Bohrungen mit einer durchschnittlichen Tiefe von 3,5 Kilometern niedergebracht worden. Sie dienten zu DDR-Zeiten der Erkundung, Beobachtung und Förderung der Erdgasvorkommen. Von den 650 Bohrungen werden heute noch rund 100 zur Erdgasförderung genutzt.

Mit den Bohrungen wurden zu DDR-Zeiten an den Standorten Bohrschlammgruben angelegt, um dort die Rückstände der Bohrung abzulagern. Nach dem Abschluss der Bohrungen wurden die Gruben mit Boden abgedeckt / wieder urbar gemacht.

Für die Gewinnung des Erdgases wurden neben den Bohrungen bergbauliche Anlagen zur Weiterleitung und Aufbereitung errichtet.

Rückbau für land-, forstwirtschaftliche und industrielle Nutzung

Das Ökologische Großprojekt (ÖGP) verfolgt das Ziel, nicht mehr benötigte bergbauliche Anlagen der Erdgasproduktion schrittweise zurückzubauen. Damit soll eine Nutzung der Flächen für land-, forstwirtschaftliche sowie industrielle Zwecke ermöglicht werden.

Das Projektziel besteht in der Sicherstellung eines dauerhaft gefahrlosen Zustands und der damit möglichen Entlassung aus der Bergaufsicht durch das Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt. Die Neptune Energy Deutschland GmbH führt als erdgasförderndes Unternehmen die zum ordnungsgemäßen Abschluss und zur Entlassung aus der Bergaufsicht notwendigen Rückbaumaßnahmen durch. Art und Umfang der dazu erforderlichen Arbeiten werden in einem jährlichen Arbeitsplan festgelegt. Der Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt (LAF) obliegt die übergeordnete Projektsteuerung und das Controlling. Die LAF refinanziert 90 Prozent der Kosten.

Im ÖGP ist die LAF als Bodenschutzbehörde auch für die Untersuchung und Beurteilung der vor 1990 nach DDR-Recht wiederurbar gemachten Bohrschlammgruben verantwortlich. In dieser Funktion hat die LAF die Erarbeitung eines Handlungskonzeptes beauftragt, anhand dessen, Bohrschlammgruben, deren Flächen meist bereits seit Jahrzehnten landwirtschaftlich genutzt werden, nach ihrem Gefahrenpotenzial für Mensch und Umwelt abschließend bewertet werden können. Im Ergebnis der Bewertung wird dann über die notwendigen Maßnahmen entschieden. Als Maßnahmen kommen das Belassen des Schlammes, weitergehende Untersuchungen, die Sanierung als auch Schutz- und Beschränkungsmaßnahmen (Einschränkung der Nutzung) in Betracht.

Rückbau der alten Erdgas-Anlagen kommt gut voran

Von 1994-2020 sind im Rahmen des ÖGP „Erdgasfelder Altmark“ 228 Bohrungen (Sonden) verfüllt, 253 Sondenplätze zurückgebaut, rund 450 km Leitungen ausgebaut und 228 Bohrschlammgrubensysteme zurückgebaut bzw. saniert worden. Der Kostenaufwand für die seit 1994 durchgeführten Rückbaumaßnahmen lag insgesamt bei 270 Mio. Euro. Für den Rückbau wurden pro Jahr durchschnittlich 10 Mio. Euro aufgewendet.

Bis zum geplanten Projektabschluss nicht vor dem Jahr 2035 sind noch 160 Sonden zu verfüllen sowie 190 Sondenplätze, rund 900 km Leitungen und weitere Bohrschlammgruben unter Bergrecht zurückzubauen.